Allgemeines: FANFAN! ist ein Einzelbau aus Aluminium. Entwurfsziel des Konstrukteurs war es, eine solide, aber schnelle Hochseeyacht für lange Strecken und eine kleine Crew bzw. einen Einhandsegler zu schaffen. Komfort, große Tankkapazitäten oder eine starke Motorisierung spielten dabei eine untergeordnete Rolle bzw. waren unerwünscht. Wichtig waren dagegen z .B. gute Am-Wind-Eigenschaften, einfaches Handling, eine seegerechte Einrichtung und seetaugliche Schlafmöglichkeiten, eine praxisgerechte Besegelung (Kuttertakelung), gute Sicht von innen nach außen und ein geschütztes Cockpit. Ein mehrseitiges Portrait von FANFAN! findet sich in der Ausgabe 23/2008 der Zeitschrift Yacht (Download hier bei Yacht-Online).

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Technische Daten: Länge: 12.18 m, LWL: 11.60 m, Breite: 3.40 m, Tiefgang: 2.26 m (ursprünglich 2.15 m, dann 2,40), Gewicht segelklar: ca. 9.6 Tonnen, Baujahr: 1985/2006. Segel: Groß 31 m2 (Dacron) & 37m2 (Membran), Fock 17 m2, Klüver 41 m2 (Dacron), Genua 43 m2 (Membran), Sturmfock 9 m2, Trysegel 8 m2, Leichtwindgenua/Drifter 59 m2 (Laminat), Spinnaker 112 m2 0,9oz, Gennaker 86m2 1,5oz

Werft: Atlanticyachts Konstrukteur: Dick Zaal - Homepage

Video: FANFAN! segelt (rechte Maustaste -> “speichern unter”, ca. 32 MB, WMV - Format in Fernsehqualität, 1 Minute 36 Sekunden Dauer).

 

Greyhound 40 MK IIKurzbeschreibung: Alurundspanter mit Kurzkiel (ca. 3.000 KG Blei in Kielflosse und Bombe), Spatenruder, 18,4 KW/25 PS Dieselmotor, 160 Liter Dieseltank, ca. 170 Liter Wasser in zwei flexiblen Tanks unter den Salonkojen. Ausbau in Esche mit 5 Kojen. Kuttertakelung mit durchgestecktem Alumast, Pinnensteuerung, Vorsegelrollanlage vom Typ Furlex.

Potential (einhand/vor dem Umbau): Das beste von mir erreichte Etmal betrug 196 sm (8.17 Kn, Indischer Ozean), die besten 7 Tage 1.119 sm (6,66 Kn, Südatlantik) und die besten 10 Tage 1.539 sm (6,41 Kn, Südwestpazifik). Alle Strecken jeweils ohne Motoreinsatz. Gemessen wurde jeweils die zu einem GPS-Wegpunkt in 24h gut gemachte Strecke.
Nach dem Umbau betrug mein bestes Etmal 214 sm (Schnitt 8,92 Knoten), das mit Crew im Englischen Kanal erreicht wurde (Video
hier). Die Zielgeschwindigkeit (VMG) sah bei den folgenden Regatten so aus:

Selbststeuerung: “Aries Lift-Up” Windselbststeueranlage (derzeit demontiert), Autohelm 4000+ Pinnenpilot (2x), Raymarine SPX 30 mit Linearantrieb. Auf der Weltumsegelung brauchte ich für die Windselbststeueranlage nur eine Windfahne und ein Dutzend Steuerleinen als Ersatzteile. Von meinen drei elektrischen Autopiloten überlebte nur einer die Fahrt. Ein Video, das die Arbeit einer Windselbststeueranlage erklärt, habe ich hier zum Download bereit gestellt. Nach der Weltumsegelung habe ich die Anlage komplett zerlegt. Dabei hat sich gezeigt, dass alle Kunststofflager gewechselt werden mussten. Die Lager habe ich mir aus einem delrinähnlichen Material drehen lassen. Kein Metallteil der Aries hatte nennenwerte Verschleißerscheinungen oder Korrosionsspuren. Ein Foto des “Innenlebens” der überholten Anlage gibt es hier.

Elektrosystem: 225Ah AGM Verbraucherbatterie, 27Ah AGM Starterbatterie, 40 Amp Lichtmaschine mit Sterling Laderegler, 50 Wp Solarmadul, Superwind Windgenerator.

Jahr

Reisen mit FANFAN!

1998

Amsterdam, Kanaren, Karibik, Norwegen, Ostsee. Ab Kanaren einhand. 10.300 Seemeilen

1999

Ostsee, Norwegen, Island, einhand nach Jan Mayen. 3.766 Seemeilen

2000

Ostsee, Nordsee. 1.768 Seemeilen

2001

Weltumsegelung: Deutschland, Grönland, Indischer Ozean

2002

Weltumsegelung: Neuseeland, Hawaii, Kap Hoorn, Falkland Inseln

2003

Weltumsegelung: Kapstadt, USA, Färöer, Deutschland. Ab 2001: 50.836 Seemeilen

2004

an Land - Refit

2005

an Land - Refit

2006

Ostsee. 922 Seemeilen

2007

an Land - Segelpause

2008

Ostsee. 1.230 Seemeilen

2009

OSTAR: zwei mal einhand über den Atlantik (England, USA, Deutschland).
7.996 Seemeilen

2010

Ostsee, Nordsee. 1.178 Seemeilen

2011

Nordatlantik (AZAB), Fastnet Race, Nordsee, Ostsee. 5.472 Seemeilen

2012

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Summe:

83.468 sm

Geschichte: Das Boot wurde für den niederländischen Einhandsegler Hans van Hest (Ostar und TwoStar Teilnehmer) gebaut und hieß zunächst OLLE-P (hier klicken für ein Bild eines OLLE-P Aufklebers von 1986). Am Heck war eine Sailomat Selbststeueranlage installiert, die sich aber als wenig tauglich erwies. Für die Strecke Plymouth - Newport R.I. benötigte OLLE-P beim Twostar 1986 die Zeit von 26 Tagen und 9 Stunden für die ca. 3.000 Meilen gegen die vorherrschenden Winde und Strömungen. Eine Zusammenstellung von Dokumenten aus den Anfangsjahren des Bootes in Niederländisch bzw. Englisch gibt es hier (6 MB, PDF). Hier ein paar Bilder von damals.
Der zweite Eigner war der Extrembergsteiger Bart Vos (u.a. Mount Everest). Er nannte das Boot nach einem Ort in Indonesien FakFak . Bart Vos unternahm mit FakFak Reisen im Englischen Kanal und in der Nordsee bis hinauf zu den Shetlands.
Im Frühjahr 1998 erwarb ich die Yacht. Seitdem war das Boot in Greifswald, Hamburg, Papenburg, Hooksiel und Kröslin stationiert. Von 2001 bis 2003 bin ich mit FANFAN
! einhand um die Welt gesegelt. Im Jahr 2009 habe ich am Ostar (einhand England -USA) teilgenommen.
Bislang habe ich mit der Yacht über 80.000 Seemeilen zurück gelegt und gut 5 Jahre an Bord gelebt.

Halbschwesterschiffe: es gibt drei Yachten, deren Konstruktion von FANFAN! abgeleitet wurde, und die Dick Zaal den jeweiligen Eignerwünschen entsprechend modifiziert hat. Zum einen die Louise, die FANFAN! sehr ähnelt, aber aus formverleimtem Holz gebaut wurde. Zum anderen die Punya aus Aluminium, die aber ein anderes Deck bekommen hat. Ferner eine weitere Yacht in Anlehnung an FANFAN!, die u.a. ein modifiziertes Heck aufweist und die Ende 2010 in Italien zu Wasser gelassen wurde.

Renovierung: In den Jahren 2005/06 wurde die Yacht grundüberholt. Dabei wurde das Rigg (mehr Großsegelfläche), der Motor (weniger KW und Gewicht), die Winschen (2 weniger), der Kiel (450 KG weniger Gewicht, 30cm weniger Tiefgang bei gleichem Schwerpunkt, weniger benetzte Fläche) und Farbe + Belag des Decks erneuert. Ferner wurde die Inneneinrichtung überholt und die Instrumentierung komplett erneuert. Fotogalerie hier und ein Video hier (6 Minuten).



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Augenfälligste Veränderung an FANFAN! ist wohl der neue Kiel. Dem Konstrukteur Dick Zaal habe ich dabei folgende Vorgaben gemacht: weniger Tiefgang bei gleichem Gewichtsschwerpunkt, etwas zurück verlegter Flächenschwerpunkt, geringere benetzte Fläche und ein geringeres Kielgewicht. In Anbetracht dieser Kriterien fiel dem Konstrukteur dann auch nur ein “This will be difficult.” ein. Dick Zaal (hier bei der Arbeit) hat es doch geschafft. Wie, dass kann man auf dem Bild hier sehen. Der Kiel ist nach vorne gepfeilt und hat eine dicke Bleibombe. Bei gleichem Gewichtsschwerpunkt konnten so rund 450 KG Gewicht gespart werden. 

Der neue Motor ist mit 25 PS einiges schwächer als der vorher eingebaute Motor. Grund dafür war der Umstand, dass der alte Motor sehr eng im Maschinenraum saß, schlecht zugänglich war und sich durch den neuen Kiel der Gewichtstrimm des Bootes verändert hat. Der neue Motor ist nun kleiner und 60 Kg leichter. Statt eines Zweiblatt-Faltpropellers habe ich nun einen (ziemlich teuren) Dreiblatt-Faltpropeller, der die geringere Motorleistung zum Teil ausgleicht. Da ich schon die 33 PS des alten Motors kaum je wirklich gebraucht habe, hoffe ich, dass ich mit knapp 2,7 PS/Tonne immer noch ausreichend motorisiert bin. Für heutige Verhältnisse ist dies sicher knapp bemessen aber man darf nicht vergessen, dass man vor 40-50 Jahren ein pis zwei PS pro Tonne für eine Hochseeyacht als ausreichend ansah. Schliesslich ist der Motor einer Segelyacht nach meinem Verständnis ein Hilfsmotor. So betrug der Motoranteil meiner Weltumsegelung unter 2%. Wenn Yachten heute mit 4 bis 6 PS/Tonne motorisiert sind, liegt dies wohl weniger an dem geltend gemachten Sicherheitsplus, sondern wohl eher an einer gewissen “Motorbootfahrermentalität”. Altmeister Eric Hiscock, dessen Wanderer III mit 1 PS/Tonne motorisiert war, schrieb zum Thema Motor vor 40 Jahren Folgendes: “Der echte Segler hat wahrscheinlich den Wunsch seinen Hilfsmotor unterwegs nur wenig oder gar nicht in Anspruch zu nehmen, ausser, um vielleicht die Batterie aufzuladen oder sein Schiff bei Flaute in den Hafen oder herauszubringen.” Wie sich die Zeiten ändern. Heute ist es nichts ungewöhnliches, wenn die Segel nur noch dazu dienen, die Strecken zu überwinden, die man mangels Dieselkapazität nicht motoren kann.
Immerhin erreicht das Boot mit dem neuen Motor bei Windstille und ruhiger See eine Fahrt von 7,4 Knoten, also nur 0,7 Knoten weniger als Rumpfgeschwindigkeit.

 

 

Letztes Update: 26.12.2011

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